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Hallbergmooser verteidigt erfolgreich Platz 1

Gleitschirmfliegen: Titelkampf in der Luft

(27.08.2010)

Zell am See - Schmittenhöhe. Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden topplatzierten Tandempiloten. Der führende Christian Kühnhauser aus Hallbergmoos und der zweitplatzierte Robert Staudacher kämpften in Zell am See um die Führung der laufenden Deutschen Streckenflugmeisterschaft. Am vergangenen Sonntag, 22. August, trafen die beiden Toppiloten in der Tandemwertung direkt aufeinander. Beide wählten die Schmittenhöhe bei Zell am See als ihren Startberg. Die Wahl des richtigen Fluggebietes ist sehr wetterabhängig und ein entscheidender Bestandteil der Streckenfliegerei. Der richtige Ausgangspunkt und Startzeitpunkt legt oft den Grundstein für einen erfolgreichen weiten Flug.




In Aktion über Zell am See: Spitzenpilot Christian Kühnhauser und Bruder Maxi.




Die Spannung stieg, als sich die beiden Kilometerjäger am Startplatz begrüßten. Beide wussten genau, dass es vielleicht der letzte entscheidende Tag sein könnte. Die Saison ist schon weit fortgeschritten und die Tage werden kürzer. Folglich ist die nutzbare Thermikzeit bereits sehr limitiert und die Chancen auf weite Flüge sind gering. Da der Abstand in der aktuellen Rangliste sehr gering ist, war auch die richtige Taktik äußerst wichtig. Kühnhauser war im Vorteil, da Staudacher einen vier Kilometer weiteren Flug brauchte. Somit würde sich die Tabelle nicht ändern, falls die beiden in etwa die gleiche Strecke zurücklegten. Es galt also, die Konkurrenz nicht aus den Augen zu verlieren.

Zuerst startete Staudacher - der Deutsche Meister von 2005 bis 2007 - mit seiner Passagierin und stieg hoch zu den Wolken. Kühnhauser folgte mit seinem Bruder Maxi etwa eine halbe Stunde später und nahm die Verfolgung auf. Als die beiden auch oben waren, hatte Staudacher bereits zwei Kilometer Vorsprung. Durch geduldiges und konsequentes Nutzen der Thermik konnten sie bis zur ersten Wende am Pass Thurn den Abstand halbieren. Auf dem Rückweg war Staudacher anfangs sehr schnell und war plötzlich nicht mehr zu erkennen. So hoch und schnell wie möglich flog Kühnhauser auf dem zweiten Schenkel des geplanten Dreiecks hinterher. Auf halbem Weg zurück war Staudacher sehr tief gekommen und in den stark vom Wind beeinflussten Bereich gekommen. Hart kämpfte er in den dort sehr schwierigen Bedingungen um wieder hoch zu kommen. Leider musste er sich dem Wind geschlagen geben und wurde zur Landung gezwungen. Bitter musste er mit ansehen wie die Kühnhausers hoch über ihm überholten. Nach dreieinhalb Stunden war auch deren Flug über 55 km zu Ende. Kühnhauser konnte somit Platz 1 verteidigen und blickt nun gespannt auf die letzten Wochen der Meisterschaft. Bis zum 15. September darf noch gekämpft werden und es bleibt spannend, dann steht der Sieger fest.
Bei der Meisterschaft im Gleitschirmfliegen kommt es auf die zurückgelegte Strecke sowie die Art der geflogenen Aufgabe an. Wobei eine geschlossene Aufgabe mehr Punkte bringt als eine reiner Flug von A nach B, da dies einem höheren Schwierigkeitsgrad entspricht. Der Bewerb dauert immer ein Jahr, beginnt und endet Mitte September. Jeder Pilot kann fliegen wann er es für gut befindet, es zählen jedoch nur jeweils die besten drei Flüge einer Saison. Dabei muss einer der Flüge in Deutschland gestartet sein um deutscher Meister zu werden. Die Flüge werden per GPS aufgezeichnet und im Internet eingereicht und geprüft.

Pressemitteilung
GSC Albatros Bad Reichenhall




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